Budapest. Addendum.

30. Juni 2021

„Ich verspürte die Notwendigkeit, in der ungarischen Kinderliteratur über Vielfalt zu schreiben, denn Orbáns radikales Regime verabscheut und verurteilt jegliche Abweichung von der sogenannten Norm,“ so die ungarische Schriftstellerin Zsófia Bán im Budapest & Beyond Gespräch, das wir Anfang Mai präsentierten. Im Talk mit A. L. Kennedy und Rosie Goldsmith beschrieb die Autorin damals, wie ihr Kinderbuch Vagánybagoly és a harmadik Á, avagy Mindenki lehet más, in dem u.a. ein Mädchen mit zwei Müttern vorkommt, von einer Abgeordneten einer rechtsradikalen Partei in der Lobby des Verwaltungsgebäudes des ungarischen Parlaments in Budapest in Stücke zerrissen wurde.

Aufgrund der derzeitigen Entwicklungen in Ungarn, beispielsweise den kürzlich erlassenen Verboten auch nur der Erwähnung von Homosexualität in Kinder- und Schulbüchern, sind die Talks unserer Gesprächsreihe aktueller denn je.

Außerdem veröffentlichte das renommierte ungarische Magazin Élet és Irodalom in einer Sonderbeilage die Gespräche auf Ungarisch; diese sind auch online abrufbar. Zusätzlich veröffentlichen Voxeurop und Eurozine seit Kurzem englische Aufzeichungen des Budapest & Beyond Events. Wir sind sehr erfreut darüber, dass die Gesprächsreihe dadurch einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wird.